Weinen beim Abhalten
Was steckt dahinter?
Wenn Babys beim Abhalten weinen, kann das ganz unterschiedliche Gründe haben. Als Eltern fühlt man sich dadurch schnell verunsichert, denn das Weinen wird schnell negativ empfunden. Wichtig ist: Weinen bedeutet nicht automatisch, dass dein Baby das Abhalten ablehnt. Oft ist es einfach ein Ausdruck von Kommunikation oder Anstrengung.
Mögliche Gründe für das Weinen
Kommunikation: Weinen ist für dein Baby eine Möglichkeit, dir mitzuteilen, dass es etwas verändern möchte – vielleicht fühlt sich die Position gerade unangenehm an oder es muss einfach nicht.
Anstrengung: Manche Babys weinen kurz, bevor sie ausscheiden. Das Weinen hilft ihnen, sich zu entspannen und loszulassen. So wie Babys manchmal auch vor dem Einschlafen weinen, um zur Ruhe zu kommen. Das aktive Loslassen beherrschen Babys von Anfang an das aktive Entspannen hingegen beim Ausscheiden ist eine Übungssache.
Körpergefühl und Unsicherheit: Gerade Neugeborene erleben das körperliche Empfinden während des Ausscheidens noch sehr intensiv. Das kann sich ungewohnt anfühlen oder sogar Unsicherheit auslösen – insbesondere, weil sich die Verdauung in den ersten Wochen erst einspielt. Das Weinen kann also Ausdruck dieses neuen, teils fremden Körpergefühls sein.
Körperliche Unannehmlichkeiten: Zugluft oder kühle Luft beim Ausziehen können unangenehm sein und ebenfalls Weinen auslösen.
Stress: Die Situation selbst – ausgezogen zu werden oder in einer neuen Position zu sein – kann für das Baby zunächst ungewohnt oder stressig sein, besonders wenn das Abhalten noch neu ist.
Schmerzen: Während der Geburt wirken starke Kräfte auf den Körper des Babys ein. Da kann es auch mal vorkommen, dass das Baby Verspannungen oder eine Verrenkung hat. Das ist selten der Fall und man merkt es an weiteren „Auffälligkeiten“:
• Generell häufiges Weinen / Schreien
• Schreien in der Trage – das Baby sofort unruhig wird, sobald es in die Hüftspreizhaltung kommt
• Weint beim Ablegen auf den Rücken
• Weint beim Wickeln und Umziehen
• Die Beinchen werden nicht gleich symmetrisch angezogen (z. B. beim Wickeln)– Stillprobleme (einseitiges Stillen)
• Dreht sich im Schlaf immer zur gleichen Seite– Der Rücken wird häufig stark durchgedrückt/überstreckt beim Weinen
WICHTIG: Jeder dieser Punkte für sich ist kein Grund zur Sorge und völlig normal! Treffen viele dieser Punkte zu und es gibt keine Erklärung dafür, kann es sinnvoll sein einen Kinder-Osteopathen oder den Kinderarzt zu fragen.
Was du tun kannst
Bleib ruhig und gelassen: Deine innere Ruhe überträgt sich auf dein Baby. Vermeide hektische Bewegungen, halte sanften Körperkontakt und sprich beruhigend mit ihm.
Finde heraus, woran es liegt:
• Ist es vielleicht zu kalt oder zieht es?
• Fühlt sich die Position unangenehm an? Probiere eine kleine Veränderung.
• Muss dein Baby vielleicht gerade nicht? Dann beende das Abhalten und versuche es später erneut.
• Weint dein Baby, scheidet aber trotzdem aus? Dann hilft ihm das Weinen vermutlich beim Entspannen – bleib gelassen, bis es fertig ist.
• Könnten Hunger oder Müdigkeit eine Rolle spielen? Dann ändere bei Bedarf das Timing: vielleicht erst stillen, dann abhalten – oder beides kombinieren.
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